Laufausrüstung für den Anfänger, Teil 2: Kleidung
16. April 2010 | Von Matthias | Kategorie: LaufausrüstungIm Gegensatz zu den Laufschuhen ist das Thema Kleidung sehr unkompliziert. Insbesondere bei den ersten Läufen sollten Sie sich kaum Gedanken machen. Ich sage es an dieser Stelle gern noch einmal: Viel wichtiger als die Auswahl der Laufausrüstung ist der Start zu laufen. Egal mit was. Ich habe sogar schon öfters Läufer in Jeans gesehen. Wenn es denen Spaß damit macht, ist nichts dagegen einzuwenden. Erst wenn Sie meinen, dauerhaft zu laufen empfielt es sich, mit diesem Thema näher zu beschäftigen.
Insbesondere starke Schwitzer werden feststellen, dass normale Baumwolle für den Alltag durchaus bequem sein mag, für die sportliche Aktivität doch einen großen Nachteil hat: Baumwolle gibt keinen Schweiß ab. Es saugt sich voll mit Schweiß, macht die Kleidung damit schwer und sorgt dafür, dass der die Kleidung durch den Schweiß anfängt zu kleben. Wer jetzt in den Fachhandel geht und Laufshirts für 50 € kauft, macht grundsätzlich nichts verkehrt. Es geht aber auch viel günstiger. Discounter haben festgestellt, dass wir Deutsche das Laufen entdeckt haben. So gibt es dort in regelmäßigen Abständen Laufkleidung. Aus meiner Sicht ist diese Kleidung durchaus empfehlenswert. Mit Ausnahme von Markenfetischisten habe ich kaum jemanden kennengelernt, der durchgehend schlechte Erfahrung damit gemacht hat. Viele leistungsorientierte Läufer mit jahrerlanger Erfahrung, die ich kenne, schwören noch Heute zumindest für das Training auf Discounter-Kleidung.
Was ist bei der Bekleidung beziehungsweise Bedeckung der einzelnen Körperteile zu bedenken?
Kopf
Gerade im Winter ist zu bedenken, dass über den Kopf etwa 80-90% der Körperwärme abgegeben wird. Aus diesem Grund ist es durchaus ratsam bei kälteren Bedingungen eine Mütze oder ähnliches zu tragen. Sehr praktisch finde ich Funktionstücher (wie es sie z.B. von der Firma HAD) sind sehr flexibel. Man kann sie als Piratentuch, als einfache Mütze, als Schal und vieles mehr einsetzen. Sie nehmen im Übrigen den Schweiß sehr gut auf und trocknen sehr schnell.
Oberkörper
Im Sommer sind Funktions-T-Shirts oder ärmellose Funktions Shirts erste Wahl. In der Übergangszeit bieten sich dazu noch leichte Jacken oder langärmlige Shirts an. Grundsätzlich ist es am Zweckmäßigsten, wenn Sie sich nach dem so genannten Zwiebelsystem ankleiden. So sind mehrere leichte Shirts bzw. Jacken immer einem dicken Kleidungsstück vorzuziehen, da durch die einzelnen Komponenten der Schweiß vom Körper weggehalten wird. Durch die Kombination verschiedener Kleidungsstücke können sie auch sehr viel flexibler auf Temperaturveränderungen reagieren. Machen Sie selber Ihre Erfahrungen, wievel Kleidung bei welchen Temperaturen für Sie am besten ist. Wenn Sie unsicher sind, gibt es noch eine Fausformel: Soviel Kleidung, dass Sie zu Beginn des Laufens leicht frösteln. Durch die Erhöhung der Körpertemperatur während des Laufens wird das Frösteln schnell vorüber gehen. Wählen Sie bei Regen keine Wasser-undurchlässige Kleidung aus. Es hätte zwar therotisch den Vorteil, dass kein Regen ihren Körper erreicht, der Nachteil ist aber, dass auch kein Schweiß den Körper verlässt. Der Vorteil ist ohnehin theorethisch, da sie ja nunmal schwitzen und wirklich trocken sowieso nicht bleiben. Also ist es doch egal, ob Sie nur durch Schweiß oder durch Schweiß und durch Regen nass werden.
Hände
Meines Wissen gibt es keine Regeln, wann Handschuhe zu tragen sind oder nicht. Wenn es die geben würde, hätte ich sie ohnehin ignoriert. Wichtig ist nur zu wissen, dass es Laufhandschuhe gibt. Scheuen Sie sich nicht davor Handschuhe auch dann zu tragen, wenn es bereits die Zeit für kurzärmelige Shirts und kurze Hose gibt. Viele Läufer, die ich kenne, kämpfen dauernd mit kalten Händen und tragen sehr oft Handschuhe.
Beine
Grundsätzlich werden weite (oder weitere) und enganliegende Hosen (auch Tights genannt) angeboten. Der Vorteil von weiten Sommerhosen ist, dass ein gewisser Lüftungseffekt an die Beine gelangen. Ich persönlich laufe jedoch lieber mit Tights, da weite Hosen schon zu einem aneinander Schürfen meiner Beine geführt haben und wund wurden (so genannten Wolf gelaufen). Die Länge ist wirklich reine Geschmackssache. Es gibt Läufer, die auch bei Minusgraden noch kurze Hosen tragen. Laufhosen werden in allen erdenklichen Längen angeboten. Von lang über 3/4 zu Radlerhosen-Länge bis zu sehr kurzen Tights auch (auch Kenia-Schnitt genannt). Für die Frauen: Seit einiger Zeit werden sogar Laufröcke angeboten.
Socken
Auch hier sind nicht gerade Baumwollsocken empfohlen. Laufsocken werden ebenfalls von Discountern angeboten und kosten wirklich nicht die Welt. Sie haben neben den Effekt, dass sie den Schweiß abgeben auch den Vorteil, dass durch ihre sehr gute Paßform es nicht zu Falten im Schuh kommt und somit Blasen vermeiden.